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Mainzer Kunst Galerie

Kuno Heribert Vollet, Kassel — Bilder und Objekte
7. November bis 19. Dezember 2020



Mainzer Kunst Galerie

Kuno Heribert Vollet, Kassel — Bilder und Objekte
7. November bis 19. Dezember 2020

Galerie Aussenansicht



Kuno Heribert Vollet, Kassel —
Bilder und Objekte

Vernissage: Samstag, 7.11.2020 um 11 Uhr
Finissage: Samstag, 19.12.2020, ab 11 Uhr

Der Künstler ist persönlich anwesend.
Es können sich 4 Personen gleichzeitig in den Galerieräumen aufhalten. Bitte denken Sie an einen Mundnasenschutz und den Mindestabstand. Die Vereinbarung von Sonderterminen außerhalb der regulären Öffnungszeichen für Kleingruppen ist weiterhin möglich.
 

ON PAPER — geprägt in Licht und Schatten
Die Mainzer Kunst Galerie ist stolz, mit dem Künstler Kuno Heribert Vollet ein echtes Schwergewicht zeitgenössischer Kunst in Mainz präsentieren zu können. Der auf dem Kunstmarkt seit vielen Jahren konstant hochbeachtete  Künstler (2020: Art Karlsruhe, Art Innsbruck, Art Fair Brüssel, Art Wiesbaden, Art Muc u.a.m.) lebt in Kassel. Unabhängig von dem von ihm verwendeten Material atmen seine Arbeiten  eine Spiritualität, die uns Zeichen einer Welt ohne Grenzen gibt. In Mainz zeigt er aktuelle zeitlose Arbeiten, die seine Begeisterung für die Technik sowie die Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten der Blindprägung wiedergeben. Themen wie Kosmos, Punkt und Unendlichkeit, Entfaltung, Gesetze der Harmonie werden in einer neuen, faszinierenden Weise interpretiert und mit der Technik der Blindprägung konkretisiert: auf handgeschöpftem Papier geprägt in Licht und Schatten. Eine faszinierende Erfahrung zwischen Realität und Illusion.

Näheres zu Künstler und  Werk: www.kunovollet.de


Da coronabedingt keine Vernissage im üblichen Stil möglich war,
können Sie hier die Einführung nachlesen. 

 

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Licht und Schatten — Ausstellung „On Paper“ in der Mainzer Kunst Galerie


Kuno Heribert Vollet wurde 1951 in Petersaurach geboren und ist in Bayreuth aufgewachsen. Von 1970—1976 Studium an der Kunsthochschule Kassel mit den Schwerpunkten Malerei, Graphik und Keramik. Seine künstlerischen Arbeiten bedienten nicht die Bedürfnisse des damaligen Kunstmarktes. Um als Künstler überleben zu können, arbeitete Vollet zum Lebensunterhalt nach seinem Studium viele Jahre lang als Drucker und freiberuflicher Photograph, ehe ihm um die Jahrtausendwende der Durchbruch als freischaffender Künstler gelang. Er gilt heute als Lyriker, Poet, Humanist und Philosoph unter den zeitgenössischen Künstlern, da er seit nunmehr mehr als 40 Jahren unerschütterlich und konsequent daran arbeitet, mit seinen Werken eine Sensibilität für die Grundfragen des menschlichen Lebens zu wecken, zu zeigen und zu erhalten: die Spannung zwischen Unendlichkeit und Endlichkeit, den Wert des Einfachen und jeden Materials, das Sichtbare und das Unsichtbare, die Freude und die Bewegung, die Stille und die Kraft. Er zeigt immer wieder, dass es am Ende des Tages unsere Sichtweise auf die Dinge ist, die Berge versetzen kann. Es ist nicht nur, aber ganz wesentlich unsere eigene Sichtweise, die allen Dingen die Gestalt und ihr Gewicht gibt und nimmt. Seine abstrakten Skulpturen sind kondensierte Lebenskraft uund Leichtigkeit. Selbst die schwersten Metalle kommen bei ihm daher, als ob sie fliegen könnten. Die Gesetze des Schwerkraft kann der Geist überwinden. Die Welt ist noch nicht entdeckt: Kuno Vollet lädt ein zur Entdeckungsreise, die am Ende mit eigentümlicher fast meditativer Kraft zu uns selbst führt. Seine Arbeiten wollen eines: dabeisein und leben. Sie machen den Eindruck, dass sie sich auch nach Fertigstellung weiter entwickeln wollen. In neuen Räumen, neuer Umgebung. Wie ein Weinstock, der auch vor allem leben will und sich in trockenster Landschaft viele Meter tief in den Boden gräbt, um Zugang zum lebenswichtigen Wasser zu erhalten. Wenn selbst schwerste Metalle bei ihm leicht scheinen, fast leere Flächen eine ungeheure Anziehung entfalten, dann ist es Kuno Vollet gelungen, sein Kunstwerke zu Transporteuren einer ureigenen positiven künstlerischen Kraft zu machen. Seine Kunst kann Räume verändern. Eine scheinbare Stille entwickelt einen Dialog und eine Anziehung. Und nachdem er es geschafft hatte — so die Kunstkritik — dass er heute dafür steht, dass Steine, Bronze — eben alles Schwere fliegen kann und schweben kann, wenn er es will, geht er in der aktuellen Ausstellung einen anderen Weg: eines der leichtesten, fragilsten und zerreißbarsten  Materialien überhaupt, das Papier, wird in seinen aktuellen Arbeiten zum Vertreter ermutigender und überraschender Botschaften: es steht für Beständigkeit, Kraft, Energie, und Freude. Das handgeschöpfte Papier enthält Informationen, die der Künstler blind – ganz aus seinem Inneren kommend – prägte und die dann in der Welt bleiben und sich weiterverbreiten. Er zitiert augenzwinkernd Uecker, macht aber klar, dass es nicht Nägel sind, von denen er spricht:  seine in Mainz gezeigten künstlerischen Arbeiten sind auf einmal so unvergänglich wie ein Lied.  Das Papier schwebt. Aber man kann es nicht wegpusten. Es wirkt fester und bleibender als ein Stein. Die Papierskulpturen erzählen auch von Stille und Musik, von der Möglichkeit eines gelungenen Lebens, in dem jeder von uns Spuren hinterläßt. Spuren, wie sie im handgeschöpften Papier zu sehen sind. Ein Besucher sagte: das sei eine Archäologie des Seele. Jede zusätzliche Farbe wäre zuviel. Auch wenn man seine künstlerische Laufbahn in den zurückliegenden 20 Jahren nicht verfolgt hat, versteht man, dass in ihm einige Kunstkritiker heute einen Kandidaten für die Documenta sehen.

In den zurückliegenden 20 Jahren nahm er regelmäßig an einer Vielzahl nationaler und internationaler Wettbewerbe, großer Ausstellungen, Gruppenausstellungen und an den internationalen Kunstmärkten teil. In den letzten 20 Jahren gehört er zu den sichtbarsten deutschsprachigen Künstlern, auf dem deutschen und internationalen Kunstmarkt. Er nimmt heute an Gruppenaustellungen teil mit anderen Künstlern, die auch zu den top 1000 im Artfacts.Net-Ranking gehören.

Trotz unterschiedlicher Materialien und Techniken ( Acryl auf Leinwand, Blattgold und Silber, Oxydationen mit Kupfer und Eisen auf Holztafel, Installationen und Skulpturen aus Messing und Glas, absrakte Plastiken aus Papier und anderen Materialien) werden die Arbeiten inhaltlich durch die immer spürbare positive meditative Kraft zusammengehalten. Dafür stehen auch seine kinetischen Skulpturen, die Mobiles.

Die Bezeichnung Mobile geht auf Marcel Duchamp zurück, der schon 1913 den Terminus Mobile für sein erstes Ready-Made, das „Fahrrad-Rad“ verwendete. Seitdem experimentierte nicht nur er mit Bewegungsmodalitäten in dem künstlerischen Ausdruck. Die Mobiles zählen zu dem Bereich der kinetischen Kunst. Vollet nimmt hier eine Verbeugung vor den Urvätern des Mobile in der Kunst (Duchamp und Calder) vor. Zum Werk Vollets paßt ohne Einschränkung die Beschreibung von Calder: „Wenn alles klappt, ist ein Mobile ein Stück Poesie, das vor Lebensfreude tanzt und überrascht“. Die Poesie des Mobile findet sich wieder in seinen mobilen Plastiken, wo eine goldene abstrakte Struktur absolut lautlos, schwerelos und in gefangen nehmender Schönheit das Vergehen der Zeit und das Glück des Lebens zugleich spürbar macht. Die Skulptur sagt aber auch: es gibt nichts zu tun, es gibt nichts Wichtiges, als mir zuzusehen. Bleib stehen. Nimm Dir die Zeit. Genieße den Moment, mir zuzusehen (so sagte es ein Besucher).  

Bei manchen Menschen gehören die Mobiles zu den „unerinnerbaren Erinnerungen“: wenn sie auf dem Wickeltisch liegende Säuglinge vergnügten, beruhigten und ablenkten.

Man läßt sich mit Freude ein auf die „lebendige Stille“, die fast meditative Kraft seiner Arbeiten und diesen allzu menschlichen Zwischenraum zwischen Realität und Illusion. Die Zeit bleibt für Momente stehen, wenn man durch seine Ausstellung geht und man selbst ganz unerwartet von einer Art Stille eingenommen wird, die gleichzeitig so viel positive Kraft und Dynamik entfaltet und mitgibt.

Kuno Vollet ist ein Künstler, der seit 40 Jahren konsequent seinen Weg geht. Ein Künstler, der sich nicht abbringen läßt von der Kunst. Ein Künstler, der seinen Mitmenschen etwas mitgegeben möchte, was er vielleicht stärker wahrnimmt als andere: gerade wenn heute so unruhige Landschaften und Geschehnisse von uns liegen.

Am Ende ist das Papier nicht schwächer als das Metall. Vom Papier getragene Botschaften haben mehr Bestand als Panzer und Raketen. Was in Papier geprägt ist, blind und handgeschöpft aus dem Inneren erschaffen, das hat eine gute Chance, zu bleiben.

Und über allem liegt das ewige Spiel von Licht und Schatten.

Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl

 

 

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Rückblick

Sendung vom Do, 31.1.2019, 19:30 Uhr

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Rückblicke

 



Kontakt

Mainzer Kunst Galerie
Weihergarten 11
55116 Mainz-Altstadt


Achtung: geänderte Öffnungszeiten!
Samstags 11.00 — 13.30 Uhr und nach Vereinbarung.

Es dürfen sich aktuell nur 4 Personen gleichzeitig mit Mundnasenschutz und Sicherheitsabstand in der Galerie aufhalten!


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